LakeArt. Kunst und Natur rund um die Seen des Valsugana

Erste Etappe des Projekts Bikenera – Art in Motion, das von der Boccanera Gallery entwickelt wurde, um zeitgenössische Kunst über die Grenzen traditioneller Ausstellungsräume hinauszubringen.

Die Karte der Werke

Klicke auf die Pins, um die Kunstwerke entlang des Rad- und Fußwegs zwischen den Seen von Caldonazzo und Levico zu entdecken. Die radsymbolförmigen Icons führen dich zu thematischen Vertiefungen.

Mappa interattiva

Legenden

Die weiße Dame

Die Geschichte der Weißen Dame ist eine der berühmtesten Legenden des Valsugana – eine Erzählung, die Schönheit, Schmerz und einen tiefen Wunsch nach Befreiung miteinander verbindet. Die Legende geht über den bloßen Zauber alter Steine hinaus und macht das Castel Pergine zu mehr als einem historischen Ort: zu einem magischen Platz, einem Tor zu einer Vergangenheit voller Gefühle und Geschichten, die noch immer zwischen seinen Mauern nachhallen.

Die Legende erzählt von einer Frau, die von einem tyrannischen Burgherrn misshandelt wurde und sich aus einem Fenster stürzte, um ihre Freiheit zurückzuerlangen – den Tod als einzigen Ausweg aus ihrer Gefangenschaft wählend. Seitdem erscheint sie als rachsüchtiger Geist, der in Nächten mit Vollmond durch die Räume wandelt, im Schatten eines weißen Kleides, begleitet von einem melancholischen Lied der Freiheit.

Obwohl es keine kanonischen künstlerischen Darstellungen gibt, die sich speziell ihrer Figur widmen, wird der Geist der Weißen Dame in volkstümlichen Erzählungen und während Veranstaltungen wie den Mittelalterfesten in verschiedenen Formen beschworen und beschrieben: als leuchtende Erscheinung, als klagender Laut und als unaufhörliche Suche nach Frieden innerhalb der Mauern des Schlosses.


Die Geister von Siccone II und seinen Rittern

Rund um die Magnifica Corte di Caldonazzo liegt seit Jahrhunderten eine geheimnisvolle Atmosphäre. In den dunkelsten Nächten, wenn der Mond den Himmel nicht erhellt, heißt es, erscheinen die Schatten von Rittern mit brennenden Fackeln: die ruhelosen Geister der Krieger von Siccone II, die 1385 in der Schlacht gegen die Vicentiner gefallen sind. Sie suchen nach den „Schlüsseln des Paradieses“, der einzigen Möglichkeit, ewigen Frieden zu finden.

Ihr Herr, Siccone II von Caldonazzo, wird als grausamer und gewalttätiger Mann beschrieben, gefürchtet von seinen Untertanen. Alt und krank zog er sich auf seine Burg zurück, wo er starb, ohne seine Sünden zu beichten. Der Volksglaube erzählt, dass sein Geist seither ruhelos um die Mauern umherirrt, verdammt, seine Schuld zu sühnen.

Zwischen Geschichte und Legende bleibt die Gestalt des Siccone II eine der dunkelsten und faszinierendsten Figuren des mittelalterlichen Trentino.


Die Legende des Drachens von Levico

Man erzählt sich, dass im Wasser des Levico-Sees ein Drache lebt. Der Legende nach wurde das Dorf im 16. Jahrhundert von dieser Kreatur bedroht, die Tieropfer verlangte und schließlich auch Menschenopfer forderte.

Zur Rettung der Bevölkerung erschien der Ritter Jaques de Laselva – ein tapferer Krieger in glänzender Rüstung auf einem weißen Pferd. Als der Drache aus dem Wasser auftauchte, tötete der Ritter ihn nicht, sondern besiegte ihn mit der Kraft des Wortes und des Glaubens: Er verurteilte ihn dazu, nie wieder menschliches Fleisch zu fressen und friedlich in den Gewässern des Sees zu leben.

Um seine Tat zu besiegeln, ließ der Ritter mit seinem Speer eine Quelle entspringen, die noch heute das Tal bewässert und fruchtbar macht. Dann, ohne eine Belohnung anzunehmen, verschwand er im Nebel – und hinterließ den Bewohnern die Erinnerung an eine Tat voller Mut und Großzügigkeit.


Der Caldonazzo-See und seine Legenden

Der arme Wanderer

Man erzählt, dass einst an der Stelle des heutigen Caldonazzo-Sees zwei Dörfer standen: Susa und Caldòn. Ihre Bewohner, reich und hochmütig, verboten sogar, den Armen Almosen zu geben.

Eines Tages bat ein hungriger Wanderer um Unterkunft – alle wiesen ihn ab, nur eine Witwe und ihr Sohn nahmen ihn auf. Bevor er ging, warnte er sie: „Bleibt heute Nacht im Haus, egal was geschieht.“ Als die Sonne unterging, brach eine endlose Sintflut los, die Häuser und Felder überschwemmte und die beiden Dörfer auslöschte. Am Morgen spiegelte sich an ihrer Stelle ein gewaltiger See; nur das Häuschen der Witwe blieb verschont und lag nun am Ufer – es war die erste Behausung am neuen Caldonazzo-See.

Eine Kuriosität
Der Name des Dorfes Calceranica wird auf eine volkstümliche Anekdote zurückgeführt: Ein Mann, der gefragt wurde, was er in seiner Strumpf trage, antwortete: „Frösche“. So entstand der Name Calza-ran-ega, also „Froschstrumpf“.

Echos aus der Vergangenheit

Die Kirche San Cristoforo am See

Die Kirche San Cristoforo ist eine der ältesten im Gebiet von Pergine: ihre Existenz ist bereits im Jahr 1215 belegt, auch wenn ihre Ursprünge noch weiter zurückreichen. Sie steht auf einem kleinen Hügel, der einst vom Wasser des Sees umgeben war – an einem Ort, der eng mit dem Fischfang und dem Leben der Bewohner von Ischia und Canale verbunden war.

Einer Überlieferung aus dem 17. Jahrhundert zufolge soll sich hier in römischer Zeit ein Tempel der Diana befunden haben, der Göttin der Jagd und der Natur. Diese Legende wird durch den Fund eines kreisförmigen Grabes mit Asche und antiken Relikten im Jahr 1762 gestützt, ebenso wie durch die Erinnerung an Fresken (1703 übermalt), die die Göttin mit ihren Nymphen zeigten.

Im Mittelalter wurde die Kirche von einem Mönch betreut; ab dem 15. Jahrhundert ging sie in die Obhut des Pfarrers von Pergine über, der ihre Instandhaltung übernahm – im Gegenzug für Fischereirechte und landwirtschaftliche Zehntabgaben.

Nach Jahrhunderten der Vernachlässigung und profaner Nutzung wurde das Gebäude mehrfach restauriert. Trotz der Veränderungen bewahrt die kleine Kirche ihren besonderen Zauber – ein heiliger Ort zwischen Geschichte, Mythologie und Natur.


Die Ursprünge von Levico

Das Gebiet von Levico Terme ist seit der Bronzezeit besiedelt, wie zahlreiche archäologische Funde belegen. Der Name des Ortes könnte vom lateinischen Ausdruck „laevus vicus“ stammen, was „Dorf am linken Ufer“ (des Flusses Brenta) bedeutet, obwohl einige moderne Forscher eine vorrömische Herkunft vermuten.

Im Jahr 1858 wurden am „Capitelo del Prà“, in der Nähe des Bahnhofs, römische Gräber entdeckt, darunter ein großer Sarkophag aus Kalkstein. Durch Levico verlief auch die römische Straße, die Feltre mit Trient verband und durch das Valsugana-Tal führte.

Valsugana, Land der Kunst

Dort, wo die Landschaft den Blick entfacht

In den Falten des Valsugana, einem Land stiller Übergänge und wechselnder Lichter, sind Künstler geboren, die es verstanden haben, über den bloßen Anschein hinauszuschauen und der Welt intime, kraftvolle und persönliche Visionen zu schenken.

Lernen wir einige von ihnen kennen…

Orazio Gaigher Autoritratto
Orazio Gaigher, Selbstporträt

Orazio Gaigher

Orazio Gaigher, geboren 1870 in Barco di Levico, gab die Medizin auf, um dem Ruf der Malerei zu folgen. Als gebildeter Reisender brachte er die sanfte Leuchtkraft des französischen plein air auf die Leinwand, beeinflusst von Renoir und dem mitteleuropäischen Impressionismus. Seine weiblichen Figuren, wie in „Freundinnen beim Tee“ (1920–25), scheinen aus einer zeitlosen Sphäre zu treten, eingebettet in bürgerliche, ruhige Atmosphären, während in seinen Porträts und ländlichen Szenen seine farbliche Meisterschaft aufleuchtet.

Amiche al tè
Orazio Gaigher, Freundinnen beim Tee, 1920-25. Öl auf Leinwand, 77 x 64,5 cm

Giuseppe Angelico Dallabrida

Gli sfollati
Giuseppe Angelico Dallabrida, Die Evakuierten, 1915-18. Öl auf Holz, 23 x 50 cm

Neben ihm, fast im Kontrapunkt, steht der unruhigere und lyrischere Pinselstrich von Giuseppe Angelico Dallabrida, geboren 1874 in Caldonazzo. Fern von Akademien und Rhetorik wird seine Malerei zu einem Flüstern, einer Evokation. In seinen Landschaften sucht man nicht die Ansicht, sondern die Empfindung: die Farbflecken vibrieren und deuten mehr an, als sie zeigen. In „Die Evakuierten“ (1915–18) löst sich das Drama der Gefangenschaft in visuelle Poesie auf. Seine ist eine Malerei aus Stille und Auflösungen, die sich einer fast abstrakten Form annähert, in der die Erinnerung an das Valsugana zur malerischen Substanz wird.


Guido Polo

Ritratto di donna a Burano
Guido Polo, Porträt einer Frau in Burano, 1976. Öl auf Leinwand auf Karton, 70 x 50 cm

Eine ebenso kraftvolle Stimme ist die von Guido Polo, geboren 1898 in Borgo Valsugana. Seine zwischen München und Trient gereifte Malerei nährt sich von romanischer Spiritualität und einer nüchternen, unaufdringlichen Modernität. Eingefurchte Gesichter, Augen, die den Betrachter nicht suchen, sondern durchdringen: in Werken wie „Figur“ (1951) oder „Porträt einer Frau in Burano“ (1976) erzählt er das alltägliche Leben mit einer fast sakralen Intensität. In seinen Aquarellen und Radierungen wird Trient zum inneren Spiegel, zur Stadt der Seele mehr als des Blicks.


Eugenio Prati
Eugenio Prati

Eugenio Prati

Nicht weniger inspiriert war Eugenio Prati, geboren 1842 in Caldonazzo und großer Schilderer des bäuerlichen Lebens im Trentino. Mit frischen, intimen Pinselstrichen schilderte er den Alltag der Bauern, die Frauen an den Brunnen, die Kinder in den Höfen – und brachte die schlichte Poesie des Lebens auf die Bühne. Seine Porträts und Landschaften sind Fenster zu einer Welt aus Erwartung, Stille und vom Laub gefiltertem Licht.

Alla fontana
Eugenio Prati, Am Brunnen, 1883. Öl auf Leinwand, 46,5 x 30,5 cm

Tullio Garbari
Tullio Garbari

Tullio Garbari

Eine völlig andere Energie durchzieht das Werk von Tullio Garbari, geboren 1892 in Pergine Valsugana, ein ruheloser Geist des frühen 20. Jahrhunderts. Religiöse Unruhe und Ausdrucksspannung prägen seine Gemälde, in denen die Gesichter feierlich wirken und die Körper an gotische und primitive Linien erinnern. Als Freund von Carlo Carrà und Teilnehmer der europäischen Avantgarden entwickelte Garbari eine visionäre und höchst moderne Bildsprache. Er starb jung in Paris und hinterließ ein kurzes, aber intensives Werk.

La cena
Tullio Garbari, Das Abendessen (Die drei Schwestern), 1916-17. Tempera auf Papier, 14 x 17,5 cm

Luigi Senesi
Luigi Senesi

Luigi Senesi

Diese Galerie der Visionen schließt mit Luigi Senesi, geboren 1930 in Trient und 1990 verstorben. Ein zurückgezogener und feinfühliger Maler, der sich den abstrakten Strömungen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts anschloss und eine Malerei entwickelte, die geometrische Strenge mit farblichen Schwingungen von seltener Sensibilität vereint. Seine Leinwände, oft durch Transparenzen und Lasuren aufgebaut, evozieren innere Landschaften aus Licht und Stille. Eine intensive, einsame Stimme, die in der Geschichte der italienischen abstrakten Kunst einen leuchtenden Abdruck hinterlassen hat.

Trasparenza O/S
Luigi Senesi, Transparenze O/S, 1976. Acrylfarbe auf Wasserbasis auf Leinwand, 50 x 80 cm

Landschaft im Sattel

Der Valsugana-Radweg

Der Radweg durch das Valsugana-Tal ist weit mehr als nur eine Strecke: Er ist eine langsamer, intensiver Weg durch das Herz des Trentino, eingebettet zwischen Bergen, Seen und historischen Dörfern. Eine Route von über 80 Kilometern verbindet Pergine Valsugana mit Bassano del Grappa, folgt dem Lauf des Flusses Brenta und bietet dabei ständig wechselnde Panoramen.

Radfahren bedeutet hier, Landschaften wie gemalt zu durchqueren: das Spiegeln der Seen von Caldonazzo und Levico, die gepflegten Felder, die alten Handelswege und die kleinen Ortschaften, in denen man anhalten und die lokale Tradition genießen kann. Jeder Kilometer bringt eine neue Begegnung – mit der Natur, der Geschichte, der Kunst und mit sich selbst.


Die legendären Anstiege

Das Valsugana-Tal ist nicht nur ein Tal zum Durchqueren, sondern auch ein Herausforderungsgebiet, das einige der legendärsten Seiten des Radsports geschrieben hat. Hier haben große Anstiege – Panarotta, Vetriolo, Menador und der Manghenpass, um nur einige zu nennen – Champions gefordert und die Etappen des Giro d’Italia geprägt. Sie sind zu Symbolorten der Anstrengung, des Mutes und des Ruhms auf zwei Rädern geworden.

Wer auf diesen Straßen fährt, erlebt die Emotionen der Profis nach: die Adrenalinschübe bei scheinbar endlosen Steigungen und zugleich die faszinierenden Ausblicke – dichte Wälder, atemberaubende Kehren und Panoramen, die jede Mühe belohnen.

Lebensräume entdecken

Valsugana: ein botanischer Schatz

Das Valsugana-Tal beherbergt eine außergewöhnliche botanische Vielfalt: Hier begegnen sich alpine, mediterrane und kontinentale Arten. Neben Wäldern und blühenden Wiesen nehmen Feuchtgebiete und Moore einen besonderen Platz ein, wie jenes von Roncegno, wo seltene Pflanzen wachsen – darunter die Drosera rotundifolia, ein kleines fleischfressendes Gewächs. Das Tal schützt zudem geschützte Arten wie wilde Orchideen, die Türkenbund-Lilie und zarte Wasserhahnenfuß-Arten, die die ruhigen Wasserläufe mit weißen Blüten schmücken. Ein einzigartiges Naturerbe – zu entdecken, einen Tritt in die Pedale nach dem anderen.


Die Schilfgürtel

Die Schilfgürtel des Valsugana-Tals sind wertvolle, lebendige Lebensräume entlang der Ufer der Seen von Levico und Caldonazzo sowie des Flusses Brenta. Das bis zu vier Meter hohe Schilfrohr dominiert, doch zwischen seinen Halmen wachsen auch Binsen, Sauergräser und andere halbaquatische Pflanzen, die diese Landschaften zu einem grünen Mosaik und natürlichen Rückzugsorten machen.

Diese Lebensräume sind für die Tierwelt von großer Bedeutung: Viele Wasservögel – wie der Graureiher, die Teichrohrsänger, der Haubentaucher und das Tüpfelsumpfhuhn – finden in den Schilfgürteln Schutz und sichere Nistplätze.

Neben dem Lebensraum bieten die Schilfgürtel auch wichtige ökologische Funktionen: Sie filtern das Wasser auf natürliche Weise, schützen die Ufer vor Erosion und schaffen ein Mikroklima, das Feuchtigkeit und Temperatur reguliert.

Ein herausragendes Beispiel für diese Ökosysteme ist der Schilfgürtel des Levico-Sees, Teil des Naturparks und Gegenstand von Schutzmaßnahmen. Hier können Besucher auf dem malerischen „Strada dei Pescatori“ spazieren gehen und die Vielfalt einer faszinierenden, empfindlichen Landschaft entdecken.

Kunstinstallation in San Cristoforo

Vista San Cristoforo, 2025
Lackiertes Eisen, Sitzflächen aus Holz, umgebungsbezogene Maße

Koordinaten: N 46°02.178′ E 011°13.840′

Eingebettet im Biotop von San Cristoforo tritt das Werk in einen stillen, aber kraftvollen Dialog mit der umgebenden Landschaft. Die feine Metalllinie greift das Profil der Berge hinter dem See auf und übersetzt es in eine schlichte, wesentliche Form. Sie wird so zu einer visuellen Führung, die den Blick einlädt, den Gipfeln zu folgen und den natürlichen Rhythmus der Horizonte neu zu entdecken. In dieser einfachen, aber eindrucksvollen Geste verdichtet sich eine Idee der Verbindung: Eine einzige Linie vereint mehrere Horizonte, mehrere Landschaften. Die Installation macht deutlich, dass die Landschaft nicht bloß Hintergrund ist, sondern ein identitätsstiftendes Element, das Gemeinschaften, Erinnerungen und Orte miteinander verbindet. So wird das skulpturale Profil zu einem Zeichen der Zugehörigkeit – einer Einladung, innezuhalten, zu schauen und die Schönheit in jedem Detail der Umgebung neu zu entdecken.

Kunstinstallation entlang des Radwegs in Calceranica – Valcanover

Nel vento (canneto), 2025
Porphyr, Edelstahl, Kupfer, umgebungsbezogene Maße

Koordinaten: N 46°01’20.8″ E 11°13’50.2”

Ausgehend von der Untersuchung des Biotops der Valsugana-Seen konzentriert sich der Künstler auf die Pflanze Phragmites australis (Schilfrohr). So entsteht „Canneto (Im Wind)”, eine skulpturale Installation aus Materialien, die im Gebiet selbst gefunden wurden. Porphyrbasen tragen Stäbe aus Stahl, die mit Kupferspitzen versehen sind – eine Anspielung auf die charakteristische Form der Schilfblüten. Das Schilf, sonst ein verborgenes und unscheinbares Element, tritt hier hervor und wird hervorgehoben. Das Wasser wird zu Stein – zur Verfestigung der jahrtausendealten geologischen Geschichte dieser Landschaft. Die Stäbe tanzen im Wind und erklingen leise; die Luft trägt den Klang durch die Landschaft. Der See im Hintergrund wird zu einem Resonanzraum. Kupferfarbene Spitzen spielen mit dem Sonnenlicht und spiegeln sich im flirrenden Wasser. Die Installation lädt die Betrachtenden zu einer synästhetischen Erfahrung ein – zu einer tiefen Verbindung mit der Landschaft.

Kunstinstallation in Levico Terme

Menador, 2025
Porphyr, lackiertes Eisen, umgebungsbezogene Maße

Koordinaten: N 46°00.383′ E 011°17.425′

Eine Linie zeichnet das Profil eines Berges – ein materialisierter, greifbarer Horizont, der uns den Gipfeln näherbringt. Das Werk, als site-specific-Intervention konzipiert, fasst das Profil des Monte Pegolara in einer skulpturalen Form zusammen, die zwischen Erde und Himmel zu schweben scheint. Die Linie, in ihrer Schlichtheit, fungiert als Leitsymbol: eine Schwelle, die den Blick lenkt und dazu anregt, die Formen der Landschaft und ihre suggestive Kraft zu entdecken. Neben der Installation Paesaggio in scia lädt sie dazu ein, sich die legendäre Panoramastraße des Menador vorzustellen – jene Strecke, die die Valsugana mit der Hochebene von Lavarone und der Alpe di Luserna verbindet und 2022 Teil der 17. Etappe des Giro d’Italia war. Es handelt sich nicht nur um eine Darstellung, sondern um einen Akt der Beziehung zwischen Natur und Kunst. Wie ein abstraktes Symbol im Raum betont das Profil die Kontinuität zwischen Werk und Umgebung, zwischen ästhetischer und geografischer Dimension. Eine Einladung, Horizonte zu betrachten und zu durchqueren – und auf dem Fahrrad die lebendigen Rahmen dieser wunderbaren Landschaft neu zu erleben.

Kunstinstallation in Levico Terme

Paesaggio in scia, 2025
6 Eisenelemente, jeweils 210 cm Durchmesser

Koordinaten: N 46°00.383′ E 011°17.425′

Das Werk entsteht aus der Idee, an die Reifenringe der Fässer zu erinnern – ein Symbol der Weinproduktion in dieser Region. Die eigens angefertigten Eisenelemente sind in abnehmender Größe und gleichmäßigen Abständen aufgereiht. Die Installation ruft zugleich die Bewegung der Fahrradreifen hervor – Symbol des Reisens, des Erlebens und des Durchquerens der Landschaft. Neben der Installation Menador platziert, führt das Werk den Blick nicht nur entlang des geschwungenen Radwegs weiter, sondern auch hinauf zur nahen Menador-Steigung am Monte Pegolara – ein Traum in Rosa für die aktivsten Radfahrer. Es ist nicht bloß eine Darstellung, sondern ein Akt der Beziehung zwischen Natur und Kunst. Wie ein abstraktes Zeichen im Raum unterstreicht das Profil die Kontinuität zwischen Werk und Kontext, zwischen ästhetischer und geografischer Dimension. Eine Einladung, die Horizonte zu betrachten und zu durchqueren – und auf dem Fahrrad die lebendigen Rahmen dieser wunderbaren Landschaft neu zu entdecken.

Ein besonderer Dank gilt Metal Working aus Pergine Valsugana und Furlani Acciai aus dem Vigolana-Plateau

Das Projekt

Das Projekt entstand aus der Zusammenarbeit zwischen GOE und der Boccanera Gallery, mit Unterstützung der Cassa Rurale Alta Valsugana. Die Initiative verbindet die natürliche Schönheit des Valsugana mit zeitgenössischer Kunst und lädt dazu ein, die Seen von Caldonazzo und Levico auf einem erlebnisreichen Weg entlang der Radroute neu zu entdecken.

Der erste eingeladene Künstler ist Ivano Troisi, dessen Zeichnungen die Grundlage für die Installationen bilden. Das Projekt wird von Giorgia Lucchi Boccanera kuratiert und von der Boccanera Gallery realisiert, mit Unterstützung lokaler Unternehmen und Akteur:innen.
In enger Zusammenarbeit mit lokalen Handwerker:innen und Fachleuten für Metall- und Steinverarbeitung entstehen die Installationen unter Verwendung von vor Ort gesammelten oder wiederverwendeten Materialien.
Im Einklang mit der umgebenden Landschaft thematisieren die Werke die Beziehungen zwischen Erde, Wasser und Himmel und greifen vier zentrale Aspekte auf: die Verbindung zwischen den Gemeinden, die Natur, die Bewegung sowie die Verwurzelung im Territorium.

Der Weg lädt dazu ein, die Installationen zu entdecken und gleichzeitig über den Wert der Landschaft nachzudenken. Führungen und QR-Codes ermöglichen es, künstlerische und naturkundliche Aspekte zu vertiefen und die Erfahrung in eine sinnliche, lehrreiche und nachhaltige Reise zu verwandeln.

Der Künstler: Ivano Troisi

Ivano Troisi (Salerno, 1984) lebt und arbeitet zwischen Arezzo und Salerno. Seine künstlerische Forschung basiert auf der Beobachtung der Natur und der Verwendung einfacher oder vor Ort gesammelter Materialien – im Dialog mit der Tradition der Arte Povera und der Land Art.

Seine Werke wurden in Institutionen wie dem MACRO – Museum für zeitgenössische Kunst in Rom und dem Museo Madre in Neapel ausgestellt. Im Jahr 2024 gewann er den ArteMuseo-Preis der GAM Verona, die ihm 2025 eine Einzelausstellung widmete, nach seiner Präsentation auf der ArtVerona mit der Boccanera Gallery.

Für Ivano Troisi ist das künstlerische Schaffen eine Suche nach dem Selbst durch jene Dinge, die als Fragmente zurückbleiben und denen wir selten Aufmerksamkeit schenken.

Luca Beatrice


Bikenera – Art in Motion

Bikenera – Art in Motion ist das neue Projekt der Boccanera Gallery, das zeitgenössische Kunst über die Grenzen klassischer Ausstellungsräume hinaus in die breite Öffentlichkeit bringt.

Kooperationen

GOE

Die Gruppe Wirtschaftstreibende Seen des Valsugana (GOE) ist ein gemeinnütziges, unpolitisches und überparteiliches Komitee, das im Dezember 2024 gegründet wurde. Es vereint Unternehmen und Fachleute aller Wirtschaftssektoren, die im Gebiet der „Seen des Valsugana“ tätig sind – auch wenn sie dort keinen Sitz haben – und fördert Aktivitäten, die direkt oder indirekt die touristische Entwicklung unterstützen.

Cassa Rurale Alta Valsugana

Die Cassa Rurale Alta Valsugana entstand aus dem Zusammenschluss von vier großen Kreditgenossenschaften der Region: Caldonazzo, Levico, Pinetana Fornace e Seregnano und Pergine. Seit dem Zusammenschluss am 1. Juli 2016 kann sie auf eine über hundertjährige wirtschaftliche und soziale Verwurzelung in der Gemeinschaft zurückblicken.

APT Valsugana

Die Tourismusgesellschaft Valsugana Lagorai hat die Aufgabe, das touristische Angebot des Gebiets zu fördern: Informations- und Gästeservice, Werbung und Marketinginitiativen, Entwicklung und Vermittlung von Dienstleistungen sowie Urlaubsangebote.

Danksagungen

Metal Working | Pergine Valsugana
Europorfidi | Civezzano
Euro Coperture Srl | Pergine Valsugana, fraz. Costasavina
Idroalpi Srl | Trento
Furlani Acciai | Altipiano della Vigolana
Costruzioni LM di Ferrari Geom. Luca | Pergine Valsugana
Casapiccola Srl | Pergine Valsugana
Studio Armalam Srl | Pergine Valsugana
Lido di San Cristoforo
Albergo Ristorante Pizzeria Valcanover
Parc Hotel Du Lac | Levico Terme
Lago Levico Camping Village
Giropizza Vip | Valcanover
Bfour B&B | Pergine Valsugana
Ristorante Da Ciolda | Valcanover